Ein Heer von Weltklasse-Fahrern streitet alljährlich um den Erfolg
46 Jahre "Rund um den Henninger-Turm"
Seit 46 Jahren gibt es das große Frankfurter Radrennen. Sein Geburtsjahr war 1962. Der Umzug vom Hainer Weg in die Darmstädter Landstraße ist bewältigt worden, der Umzug von den Toren der Henninger Bräu AG vor die Tore der Binding-Brauerei. Denn Binding hat die Marke Henninger gekauft und führt als Titelsponsor das große Radrennen weiter. So blieb auch der traditionelle Name des Klassikers erhalten.
Dies war der letzte bedeutende Einschnitt in der Geschichte des Rennens. Was prägte den Radklassiker vorher? Die Aufnahme in den damaligen Coupe du Monde 1964, eines Weltpokals für Firmen-Teams. Oder 1969 die Aufnahme in den Super-Prestige-Pernod, der damaligen Jahreswertung für die Rennfahrer, zu der Rund- und Etappenfahrten sowie die Weltmeisterschaft und klassische Rennen herangezogen wurden. Diese Rangliste führte Ausnahme-Rennfahrer Eddy Merckx aus Belgien sieben Jahre nacheinander an.
Prägend war auch, dass seit 1968 der 1. Mai der Stammtermin des Rennens war, das lange Zeit kein Weltcup-Rennen werden konnte, weil die Spanien-Rundfahrt parallel lief. 1995 fand am Henninger-Turm zwar ein Weltcup-Rennen statt, doch dieser Status wurde dem Frankfurter Wettbewerb wieder entzogen, weil der Weltverband UCI Weltcup-Rennen nur am Wochenende haben will. Der Weltverband empfahl einen Wechsel in den August, aber in Frankfurt hatte man sich an den 1. Mai gewöhnt und ihn als idealen Termin ausgemacht, da am 1. Mai die Medienresonanz wesentlich höher ist als an gewöhnlichen Sonntagen.
"Rund um den Henninger-Turm" zählt seit 2005 wieder zur höchsten, der "Hors Categorie". Dort befand sich das Rennen im Jahr 1980 schon einmal. Damals war man im internationalen Verband froh, dass es endlich ein deutsches Straßenrennen der Profis gab, das Tradition aufbaute und nicht wie so viele andere kurz nach der Premiere wieder aus dem Terminkalender verschwand. Kein deutsches Profiradrennen hat es bisher auf mehr als 45 Austragungen gebracht. Die Starterliste beweist alljährlich die Anerkennung von "Rund um den Henninger-Turm" durch die besten Rennfahrer der Welt.
Erfolgreichster Fahrer in den 46 Auflagen des Radklassikers ist Erik Zabel aus Unna, der im Trikot von T-Mobile dreimal das Rennen gewann, was bisher noch keinem anderen Konkurrenten gelungen ist. „Für mich“, sagte Zabel nach seinem dritten Triumph 2005, „ist Rund um den Henninger-Turm das wichtigste Radrennen in ganz Deutschland.“
Henninger hat im vergangenen Jahr bekannt gegeben, dass sie sich ab 2009 nicht mehr für den Radsport engagieren.