Bei „Rund um den Henninger-Turm“ werden alle Profi-Teams per Stichprobe kontrolliert
Dr. Harald Hake erläutert im Rahmen der Pressekonferenz das Neun-Punkte-Programm.
„Solange es Dopingkontrollen im Radsport gibt, sind sie bei ‚Rund um den Henninger-Turm’ vorgenommen worden. In der 46-jährigen Geschichte dieses Rennens hat es noch nie einen Dopingfall gegeben.“ Das erklärt Veranstalter Bernd Moos-Achenbach im Hinblick auf die aktuelle Antidoping-Diskussion im deutschen und internationalen Sport. In Frankfurt wurden die Anforderungen des Weltverbandes UCI, unter dessen Verantwortung und Leitung die Dopingkontrollen vorgenommen worden sind, genau beachtet: Es gab einen unabhängigen Arzt, der die vorgesehenen Kontrollen und Entnahmen durchführte, die Räume waren nach den Vorschriften vorbereitet, die Radprofis fanden sich innerhalb von sechzig Minuten zur Dopingkontrolle ein und es wurde eine lückenlose und korrekte Kontrollabnahme durchgeführt. Im Ziel werden drei Sportler kontrolliert, der Sieger und zwei ausgeloste Fahrer. Es werden insgesamt jedoch vier Fahrer ausgelost, zwei Fahrer davon sind die Reserve, falls sich zum Beispiel der Sieger unter den ausgelosten Sportlern befindet. „Wir wollen aber wegen der speziellen Situation im Radsport unsere Anstrengungen für einen sauberen Radsport verstärken und haben deshalb ein Neun-Punkte-Programm aufgelegt, das weit über die vorgeschriebenen Maßnahmen hinausgeht. So wollen wir die Ernsthaftigkeit unserer Bemühungen belegen“, sagt Bernd Moos-Achenbach.
Das Neun-Punkte-Programm
1. Dr. Harald Hake koordiniert als unabhängiger Experte bei „Rund um den Henninger-Turm“ sämtliche Anti-Doping-Maßnahmen. Dr. Hake ist leitender Arzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in den Städtischen Kliniken Frankfurt a. M. - Höchst. Er arbeitete bereits als ärztlicher Betreuer bei deutschen Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften.
2. Alle geplanten Anti-Doping-Maßnahmen werden im Einvernehmen mit dem Bund Deutscher Radfahrer und dem Weltverband UCI umgesetzt.
3. Der Vertragsabschluss mit den Teams beinhaltet eine zusätzliche Ehrenerklärung der Team-Chefs für ihre Fahrer. Diese Ehrenehrklärung soll ein Signal nach außen sein und die Teams mit ihren Fahrern moralisch verpflichten.
4. Der Umfang der Dopingkontrollen wird erhöht. Zu den von den Verbänden vorgesehenen Dopingkontrollen wird pro Team eine weitere Dopingprobe genommen. Die Auslosung der Fahrer erfolgt 40 Kilometer vor dem Ziel.
5. Das Chaperon-System, das es bei „Rund um den Henninger-Turm“ schon immer gab und als ein „Fänger-System“ bezeichnet wurde, wird für alle zur Dopingkontrolle ausgelosten Fahrer umgesetzt. Die Begleitpersonen fangen die Radprofis im Zielauslauf ein und begleiten sie direkt zur Dopingkontrolle. Dies wird durch ein Schleusensystem im Zielauslauf garantiert.
6. Die durchgeführten Doping-Kontrollen und die realisierten Anti-Doping-Maßnahmen werden nach ihrer Auswertung dokumentiert.
7. Auf dem Eventgelände wird für die Jugendlichen ein Anti-Doping-Aufklärungsstand installiert.
8. Der Slogan des Rennens „Doping - nein danke!“ wird sowohl auf 6000 Helfer- und Starterbeutel als auch auf die Spannbänder bei der Anti-Doping-Kontrolle gedruckt. Außerdem erscheint der Slogan in regelmäßigen Abständen auf sechs Videoleinwänden und hängt in Form eines Schildes unter der Zeitnahme im Ziel.
9. Im Rahmen ihrer Anmeldung müssen die Breitensportler einen Fairness/Antidoping-Appell akzeptieren. Diese Maßnahme soll der Prävention dienen.