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RADSPORT NEWS
1. Mai 2012
1. Mai 2012
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13.00 - 17.00 Uhr das Rennen
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1. Mai 2012
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Von „Rund um den Henninger-Turm“ bis „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“








Die Familie Moos schreibt deutsche Radsportgeschichte
Seit fünf Jahrzehnten fährt die Weltklasse durch Eschborn, Frankfurt und den Taunus

1961: Der Henninger-Turm war gebaut - große Einweihungsfeier auf dem Sachsenhäuser Berg. Ein neues Wahrzeichen für Frankfurt am Main: Silo, Aussichtsturm, Dreh-Restaurant, Gesellschaftsräume. Konsul Bruno H. Schubert, Besitzer der alten Frankfurter Brauerei, versammelte seine Direktoren um sich: "Was können wir tun, um den Henninger-Turm ins Bewusstsein der Menschen zu bringen?" fragte er damals. Die Antwort seines Marketing-Direktors Gustl Huber fiel ebenso spontan wie überzeugend aus: "Machen wir doch ein Radrennen rund um den Henninger-Turm."
Gesagt - getan. Auf Veranlassung von Bruno H. Schubert nahm die Brauerei unverzüglich Kontakt zum Hessischen Radsportverband und zum Radsport-Bezirk Frankfurt auf. Doch beide Organisationen verwiesen auf die erst kurz zuvor gegründete "Gesellschaft zur Förderung des Radsports mbH". Deren Gesellschafter, die Brüder Hermann und Erwin Moos, hatten sich auf die Fahnen geschrieben, für den Fortbestand der Radrennen auf der Frankfurter Stadion Rennbahn zu sorgen. Jetzt sollte ihnen eine viel größere Aufgabe bevorstehen.

Ein Jahr später, 1962, fiel erstmals der Startschuss zu "Rund um den Henninger-Turm". Der belgische Weltmeister Rik van Looy, damals überragender Akteur der internationalen Szene, reiste mit seiner Mannschaft an und beherrschte den Rundkurs nach Belieben. Armand Desmet, einer seiner Helfer, gewann die Premiere. Im Hause Henninger war man hochzufrieden mit diesem Auftakt. Denn das Rennen brachte die Menschen direkt zum Hainer Weg, und immer wieder wurde der Henninger-Turm automatisch in der Berichterstattung genannt. Mit jedem weiteren Rennen gewann der Henninger-Turm an Popularität und Zuspruch, bis ihn schließlich die Frankfurter als neues Wahrzeichen ihrer Stadt tief in ihre Herzen schlossen.

Jeder deutsche Radrennfahrer, egal, ob er Profi ist oder Nachwuchsfahrer, soll die Chance haben, einmal in seiner Karriere bei ‚Rund um den Henninger Turm' zu starten. Das war und ist die Philosophie des traditionsreichsten deutschen Radrennens, die von den Veranstaltern Hermann und Erwin Moos vom ersten Moment an in die Tat umgesetzt worden ist. Bis zu 16 Rennen an einem Tag bringen die jetzigen Organisatoren um Nachfolger Bernd Moos-Achenbach alljährlich an den Rand der Kräfte. Müsse das denn sein, wurde die Familie Moos oft gefragt. Ihre Antwort war eindeutig: "Wir denken nicht nur an die Profis, die vielen Zuschauer und die Medienresonanz. Nein, wir denken auch an den Nachwuchs oder diejenigen, die auf dem Sprung in die erste Klasse sind. Um sie muss man sich genauso kümmern und ihnen attraktive Rennen bieten. Wir wollen auf diese Weise zudem die Arbeit des Bundes Deutscher Radfahrer unterstützen."

Mit vielen internationalen Prädikaten (1964 - Coupe du monde, 1968 - Super-Prestige-Pernod, 1980 - Hors categorie) konnte sich „Rund um den Henninger-Turm“ schmücken. Der Erfolg des Frankfurter Radrennsportlers Dietrich Thurau bei der Tour de France führte zu einem außergewöhnlichen Boom des Radsports in Deutschland, in dessen Folge die Brüder Hermann und Erwin Moos den Start zur Tour de France 1980 nach Frankfurt holten. Das dürfte der spektakulärste Höhepunkt in der fünfzigjährigen Geschichte des Radklassikers gewesen sein.

1979 zog sich Konsul Bruno H. Schubert aus Altersgründen aus der Brauerei zurück. Seitdem ging das Unternehmen mehrmals in den Besitz neuer Eigentümer über. Doch das Radrennen, traditionell am 1. Mai ausgetragen und damit zum Stammtermin im internationalen Radrennsport geworden, wurde auch von den neuen Brauerei-Besitzern Binding und Radeberger weitergeführt.

Im Jahr 2002 öffneten sich die Tore bei „Rund um den Henninger-Turm“ neben dem Eliterennen und den Jugendwettbewerben auch den Hobby-Fahrern. Die „Velotour“ feierte 2011 ihr zehnjähriges Bestehen und ist ein fester Bestandteil des Radsporttages am 1. Mai. Auch die Skater stießen zum Radklassiker - 2007. Sie nutzen die Marathon- und 70 Km Strecke für einen hochklassigen Wettbewerb in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet.

Als dann 2008 der Vertrag mit dem Titelsponsor auslief, standen die Stadtväter von Eschborn und Frankfurt an der Seite des Radklassikers. 2009 hieß das Radrennen „Eschborn-Frankfurt City Loop“, auf Wunsch der beiden Städte wurde die Veranstaltung 2010 in „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ umbenannt.

Wenn man einen Blick in die Siegerliste wirft, ist man erstaunt, welch weltbekannte Namen aus der Radsportszene dort stehen: Mit Jean Stablinski, Rudi Altig, Eddy Mercks, Freddy Maertens und Gerrie Knetemann sind fünf Straßenweltmeister notiert, mit Roy Schuiten und Gregor Braun zwei Weltmeister im Verfolgungsfahren. Die deutschen Sieger sind Hennes Junkermann aus Köln, Rudi Altig aus Mannheim, Gregor Braun aus der Pfalz, Olaf Ludwig aus Gera, Dreifachsieger Erik Zabel aus Unna, Kai Hundertmarck aus Kelsterbach und Fabian Wegmann aus Münster, der zweimal gewinnen konnte. Aber auch Walter Godefroot, Phil Andersen, Johan Bruyneel, Rolf Sörensen, Beat und Markus Zberg, Michele Bartoli, Fabio Baldato und Davide Rebellin prägten das Geschehen.

„Wenn ich zurückblicke, bin ich doch stolz auf meinen Vater und meinen Onkel, wie sie über die Jahrzehnte das Rennen entwickelt haben, es der Zeit entsprechend immer modernisierten und wie sie es verstanden, den einen oder anderen Höhepunkt zu realisieren“, sagt Bernd Moos-Achenbach, der mit Leidenschaft und Routine inzwischen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ am Leben hält. „Ich bin überzeugt, dass meine Entscheidung, die Familientradition fortzusetzen, richtig war. Auch wenn wir finanziell in letzter Zeit immer bis zum Letzten kämpfen mussten, hoffe ich doch, dass der 1. Mai in Eschborn, Frankfurt und dem Taunus auch die nächsten fünfzig Jahre dem Radsport gehört.“

Kein Elite-Rennen in Deutschland hat jemals fünfzig Austragungen in Serie erlebt. Alle anderen Traditionswettbewerbe waren entweder zeitweise nur für Amateure offen oder hatten aus irgendwelchen Gründen sich über Jahre hinwegziehende Unterbrechungen.
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12 20 1978
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